Erschienen im "Ostehessen-News" am  15.04.2006  

 

Lammwürste, Fachsimpeleien und Schafschur im "Eisenbacher Stall"

 

 

"Das ist aber süüüß" ....

 

Alle Fotos: Martin Angelstein

 

Schafscherer Bott bei seiner Arbeit...

 

 

 

 

 

 

"Mir ist kalt"

 

 

".. und wir müssen auch noch Wolle lassen"

 

 

 

 

 

 

 

 

Klaus Schönfeld freut sich über das Interesse an den Schafen...

 

 

 

 

 

 

...und fester Bestand die Fachsimpeleien der "alten" Schäfer....

 

 

...und dazu gehört auch Willi Weißenberger aus Obermörlen....

 

 

14.04.06 - Lauterbach - Es war heute - trotz hohem evangelischen Feiertag - ein Wiedersehen wie bei einer großen Familie: immer an Karfreitag trifft "man" sich im Schafstall bei Schloß Eisenbach nahe Lauterbach, um die traditionelle Schafschur mitzuerleben, aber gleichzeitig auch Lammbratwurst zu genießen und mit Fachsimpeleien sein Wissen weiterzugeben. Einige hundert Menschen - viele nutzten das "durchwachsene Wetter" dennoch zu einem Ausflug - werden es deshalb gewesen sein, die sich heute zwischen 10 und 14 Uhr sozusagen "bei Familie Schönfeld" trafen. Was früher aus praktischen Gründen mehr eine Familienangelegenheit war, hat sich jetzt als fester Brauch in vielen Jahren etabliert.

Schließlich bekommen auch die Besucher nicht oft die Gelegenheit, bei einer "Massen-Schafschur" dabei zu sein: etwa 80 Mutterschafe "Schwarzköpfe" und einige vorjährige Lämmer wurden in knapp vierstündiger schweißtreibender Arbeit sehr professionell von Mario Pott (Großenlüder-Bimbach) ihres wollenen Kleides "beraubt". Die Schafe ließen diese Prozedur in relativ großer Ruhe über sich ergehen und wurden von Helfern wieder in den Stall zurückgebracht. Hier verbleiben sie einige Zeit, bis sie den Schock der Schur überstanden haben - und die Wolle kann ja wieder nachwachsen. Die Schafschur brachte Klaus Schönfeld ca. 350 Kilogramm Wolle ein, die er dann an einen Händler verkaufen wird. "Viel gibt es allerdings nicht, so etwa einen 40 Cent pro Kilo reichen kam zum Bezahlen des Scherers", erklärte Klaus Schönfeld, der auch im Schafhalterverein Vogelsberg aktiv ist.

Vor dem über 420 Jahre alten Schafstall hatten sich zahlreiche Besucher niedergelassen und ließen sich von den warmen Strahlen der Frühlingssonne erwärmen. Am Grillstand gab's Rostbratwürstchen, natürlich vom Lamm. Außerdem konnten die Besucher Lamm-Salami und bemalte Ostereier sowie Lammfelle erstehen. An einem Info-Stand konnten sich die Besucher über die Schafzucht in Hessen und im Vogelsberg informieren und Rezepte für das Zubereiten von Lammfleisch erstehen. Unter den Gästen waren Schäfer aus Rhön, Vogelsberg, dem Schlitzerland, der Wetterau und es wurde naturgemäß gefachsimpelt. So sah man Kurt Preisendörfer aus Schlitz im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel und Schäfermeister Willi Weißenberger aus Obermörlen zeigte sich sehr angetan von dieser Veranstaltung am Eisenbacher Schafstall. Und eines ist sicher: spätestens am Karfreitag 2007 sehen sie sich dort auch wieder. +++


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