BSE und
Schafkrankheit „Scrapie“ im Mittelpunkt
Vogelsberger Schafhalter zogen Bilanz

Unser Bild zeigt den Vorstand des Schafhaltervereins Vogelsberg mit Kurt Preisendörfer (Schlitz), Rechner Wolfgang Pschierer (Ilbeshausen), dem 2. Vorsitzenden Kurt Ettling (Maar), Schriftführer Armin Stöppler (Maar), und 1. Vorsitzenden Klaus Schönfeld (v. links).
Lauterbach-Maar (al). Am vergangenen Freitag fand die Jahreshauptversammlung des 130 Mitglieder zählenden Schafhaltervereins Vogelsberg statt, zu der 1. Vorsitzender, Klaus Schönfeld, außerordentlich viele Mitglieder im Vereinslokal ”Jägerhof” in Maar willkommen hieß.
Im Mittelpunkt standen neben den üblichen Regulaarien
die BSE- Problematik und die auch als Trapperkrankheit bekannte Schafkrankheit
”Scrapie”. Das Vereinsjahr, so Klaus Schönfeld, war gekennzeichnet durch
ein aktives Vereinsleben. Die Verbindung zum Hessischen Schafhalterverband, den
Kommunen und Behörden sowie zu befreundeten Vereinen wurde weiter ausgebaut und
gepflegt. Inzwischen über die Kreisgrenzen bekannt sind die Vogelsberger
Lammwochen, die auch heuer wieder stattfinden. Dabei stand und steht die
Zusammenarbeit mit dem Hotel- und Gaststättengewerbe im Vorder- grund.
Erfreulich ist, dass inzwischen Metzger und die Gastronomiebetriebe Lammfleisch
das ganze Jahr über anbieten. Jedoch sei eine geregelte Vermarktung noch nicht
erreicht, stellte der Vorsitzende fest. Hier sind gleich- bleibende Qualität, lückenloser
Herkunftsnachweis und entsprechende Stückzahlen gefragt, Eine Stärke der
Schafhalter bestehe darin, dass Zucht und Haltung vor den Augen der Öffentlichkeit
geschieht, stellte Schönfeld fest. Die Lehrfahrt der Schafhalter führte im
vergangenen Jahr unter anderem nach Erfurt, wo ein bekannter Merinoschafzüchter
mit seinen Herden besucht wurde. Zum Jahresprogramm gehörte auch die Teilnahme
an Kreisleistungshüten, beim Schäferfest in Hungen und die Beteiligung bei den
Prämienmärkten in Lauterbach und Alsfeld sowie bei den Weihnachtsmärkten, wofür
Schönfeld herzlich dankte. He- rausragend war der ”Tag des Schafes”, eine
Gemeinschaftsaktion zwischen der Hessischen Landesanstalt in Neu-Ulrichstein und
dem Schafhalterverein, der ein voller Erfolg war. Eine Info Veranstaltung zum
Thema ”Hundehaltung” rundete das Programm ab. Als Tag X bezeichnete Schönfeld
die vor wenigen Wochen voll entbrannte BSE-Diskussion und die Schafkrankheit ”Scrapie”.
Oft würden diese Begriffe in einem Atemzug genannt. Experten halten es für möglich,
dass außer Rindern auch Schafe und andere Tiere die BSE-Erreger auf Menschen übertragen
können. Im Tierversuch könnten Schafe über das mit BSE-Erregern verseuchte
Futter infiziert werden. Im Tierversuch hätten infizierte Schafe eine BSE- Form
entwickelt, die der Schaf- krankheit ”Scrapie” ähnelt. Anders als bei BSE
gilt Scrapie für Menschen jedoch als ungefährlich. Aber man dürfe sich nicht
in Sicherheit wiegen und es müsse alles unternommen werden, gesundes Fleisch zu
produzieren. Dazu trage die züchterische Auslese für Scrapie-Resistenz bei.
Aber auch der BSE-Test für Schafe erscheine sinnvoll, meinte Schönfeld. Das
Schaf gelte in der Landwirtschaft und Landschaftspflege als eines der
wichtigsten Nutztiere: Es liefert Fleisch, Wolle und Leder. Mit seinen Hufen
pflegt es Weiden und schützt Dämme. Zur Zeit gebe es in Deutschland rund
60.000 Schafhalter mit rund 2,7 Millionen Tieren und mehr als 20 verschiedene
Rassen, die sich den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen anpassen. ’ Für
den Vogelsbergkreis sind 8.240 Mutterschafe mit Prämienrecht registriert, die
in 152 Betrieben gehalten werden.
Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Möller berichtete über die Teilnahme beim
Lauterbacher Prämienmarkt und die Wollannahme nach der Schafschur im letzten Frühjahr
und legte den umfangreichen Terminplan für das laufende Jahr vor. Es
entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, wobei besonders die Fütterungsproblematik
mit Tiermehl angesprochen wurde. Deshalb sollte mit Futtermittelherstellern Rücksprache
genommen werden.