Bilder am Wegesrand: In Fraurombach grasen bis zu 480 Schafe

Fraurombach (hs). Sieht man in Rimbach bei günstiger Witterung bis zu 120 Milchkühe weiden (wir berichteten), so sind es in Fraurombach bis zu 480 Schafe und Lämmer, die vor allem im Frühjahr das Landschaftsbild prägen. Warum man sich in Fraurombach so viele dieser Tiere hält, haben wir in Gesprächen mit zwei der vier Halter erfahren können. Auf der Suche nach Alternativen in der Landwirtschaft ist der Besitzer der größten Herde auf das Hekulturprogramm des Landes gestoßen, bei dem die Grünlandbewirtschaftung den Vorrang hat. Hier spielen die Schafe eine wichtige Rolle, vor allem wegen der Pflege oder Abhütung der Grünflächen. Sie können vierfach genutzt werden: Rasenpflege - Wolle - Zucht und Verkauf der Lämmer und Vermarktung der Alttiere, wobei ein gesunder Kreislauf von Bedeutung ist. Hekultur = Hessisches Kultur- und Landschaftspflegeprogramm. Die zweitgrößte Herde wird genutzt, indem im Frühjahr die Lämmer ge- und entsprechend später die herangewachsenen Schafe verkauft werden. Der dritte Schaffreund sieht darin ein ausgleichendes Hobby und im letzten Fall sind es nur wenige Schafe, die hauptsächlich zur Rasenpflege gehalten werden. Gab es anfangs durch vernünftige Preise für das Schaffleisch und die Wolle und auch ordentliche Prämien für die Schafhaltung, so hat sich auch hier ein Wandel vollzogen, so daß zum Teil nur noch einem Hobby nachgegangen wird, das nicht mehr als kostendeckend ist. Unsere Fotos zeigen etwa 100 Muttertiere, auf der als Gewerbegebiet ausgewiesenen Fläche der Stadt, im Frühjahr werden hier bis zu 130 Lämmer erwartet. Auf den anderen Bildern ist je ein Teil der Schafe der nächstgenannten Halter zu sehen. Besonderer Druck auf den heimischen Schaffleischpreis kommt aus Australien, wo Millionen von Schafe auf den riesigen Flächen heranwachsen und geschlachtet als Frischfleisch nach Deutschland zu Dumpingpreisen geflogen werden. Und die Wolle hat nahezu keine Nachfrage mehr auf unseren Märkten. Es könnte durchaus sein, daß sich künftig die Zahl der Schafe hier stark verringern wird. Als die Fotos in der vorigen Woche entstanden, hatte ich nicht den Eindruck, daß den Schafen das schlechte Wetter nicht bekommen würde. Ein Unterstand wurde von ihnen nicht aufgesucht.Fotos: hs

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