Erschienen im "Schlitzer Bote" am 01.03.2005
Vogelsberger Lammwochen Auftaktveranstaltung war auch in diesem Jahr
wieder bald ausverkauft
VOGELSBERGKREIS (SB/LA). Kamm mit Leber gefüllt, gefüllter Bauch mit Lende und
Wirsing oder Nuss mit Knoblauch und Rosmarin - und das alles vom Lamm. Es
duftete verführerisch, als Helma und Karl Graulich, ihr Maarer Kollege Hans
Schmidt und Vertreter des Schafhaltervereins Vogelsberg im Gasthaus Graulich in
Schwalmtal-Rainrod das Programm der neunten Vogelsberger Lammwochen
vorstellten und dabei Proben anboten. Die Gerichte, in der Küche Graulich
zubereitet, schmeckten köstlich. Dass man aus Lammfleisch hervorragende Wurst
machen kann, stellte Hans Schmidt mit einer Auswahl aus der Maarer Metzgerei
Otterbein unter Beweis. So ein Bericht aus dem "Lauterbacher Anzeiger".
Köstlichkeiten aus Lammfleisch sind von Jahr zu Jahr mehr gefragt. Anders lässt
es sich nicht erklären, dass die Auftaktveranstaltung der neunten Lammwochen
am 10. März im Gasthaus Graulich schon lange ausverkauft ist - und das ohne
Werbung. Auch bei der Zahl der beteiligten Betriebe gibt es heuer eine
Steigerung. 2004 waren es noch unter 28, diesmal bereichern 32 Gastwirte aus dem
gesamten Kreisgebiet vom 10. März bis 10. April ihre Speisekarten durch
Variationen vom Lamm.
"Wir sind mit unserem Lammfleisch hessenweit Spitze, andere Schafhalter sind
schon fast neidisch auf uns", erklärte Elisabeth Schönfeld, die Gattin des
Vorsitzenden des Vogelsberger Schafhaltervereins. Ihr Mann Klaus ergänzte, dass
der Konsum von Schaffleisch erfreulicherweise zunehme. Zwar sei er mit 0,3
Prozent am Gesamtverzehr des Fleisches noch lange nicht so gut wie etwa 1920 (da
waren es zwei Prozent), doch ein Aufwärtstrend sei erkennbar.
Der Schafhalterverein besteht zehn Jahre, vor neun Jahren wurde mit dem Amt für
Landwirtschaft die erste Lammwoche ins Leben gerufen. Ziel war, die Qualität aus
der Region zu vermarkten. An ihr beteiligten sich damals acht oder zehn
gastronomische Betriebe, erinnert sich Hans Schmidt vom "Jägerhof", der von
Anfang an dabei ist. Die damals ebenfalls initiierten Rindfleischwochen hatten
keine Zukunft.
Die Lammwochen hingegen haben von Jahr zu Jahr mehr Feinschmecker
begeistert. "Bis im vergangenen Jahr musste ich meine Kollegen noch anrufen und
fragen, ob sie sich daran beteiligen wollen. Diesmal ist es anders, da sind sie
auf mich zugekommen", freute sich Schmidt, der ein wenig die Federführung bei
der Aktion hat.
"Die Vermarktung unseres heimischen Lamms muss sich noch ändern. Lammfleisch
muss beim Metzger wie das Schweine- oder Rindfleisch in der Theke angeboten
werden. Das ist zurzeit nur bei zwei Metzgern in der Großgemeinde Lauterbach der
Fall - und in einem Wurstladen in Darmstadt." Auch außerhalb des Kreisgebiets
hat die Qualität des Vogelsberger Lammfleischs die Verbraucher überzeugt, anders
lässt der große Zuspruch von Gästen aus den Nachbarregionen sich nicht erklären.
"Lamm zieht", freuen sich Helma Graulich und Hans Schmidt. Während der
Lammwochen bewirten sie und ihre Kollegen weitaus mehr Gäste, auch solche,
die sonst eigentlich kaum in ein Restaurant essen gehen.
"Wir legen natürlich großen Wert darauf, dass die Teilnehmer an den
Lammwochen auch Fleisch aus heimischer Produktion verwenden", erklärten
Vorsitzender Schönfeld und sein Geschäftsführer Werner Eifert. "Falls einer
einmal kein Vogelsberger oder deutsches Lamm vermarktet, dann sollte er das
wegen der Ehrlichkeit auf der Karte vermerken."
Apropos Auftaktveranstaltung: Den rund 250 Besuchern im Gasthaus Graulich wird
am 10. März kein riesiges Unterhaltungsprogramm geboten, nur zwei oder drei
Punkte. Die Gäste sollen die von 21 Betrieben zubereiteten Gerichte genießen und
sich "Appetit holen", im Laufe der vier Wochen auch einige der 32 beteiligten
Häuser aufzusuchen.