Schafe halten Magerrasen frei von Bewuchs

Vogelsbergkreis (dg).
Eine recht zufriedenstellende Resonanz hatte der gemeinsam vom Schafhalterverein, Naturlandstiftung und Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft veranstaltete "Landschaftspflegetag" am Pfingstberg im Lauterbacher Stadtteil Wallenrod.
Eines der Hauptziele war es dabei auf die Bedeutung der Schafhaltung hinzuweisen. "Schafhaltung stellt schon immer einen wesentlichen Bestandteil der Landbewirtschaftung im Vogelsbergkreis dar. Im Verlaufe der letzten Jahre ist bei den Schafhaltern und der Anzahl der Schafe eine wachsende Tendenz feststellbar", meinte Klaus Schönfeld, Vorsitzender des Schafhaltervereines. Nach Angaben des Vorsitzenden werden derzeit im Vogelsbergkreis annähernd 10 000 Mutterschafe gehalten, die sich etwa gleichmäßig auf die Region verteilen.
Wie eine Untersuchung durch das ARLL Vogelsberg ergeben hat, ist die Schafhaltung vorwiegend in Form der Hütehaltung über Wanderschäferei für die Pflege der Landschaft, insbesondere die Bewirtschaftung der ökologisch wertvollen Flächen, von großer Bedeutung. Dies beziehe sich sowohl auf die Naturschutzgebiete als auch ökologisch wichtige Landschaftsbestandteile, deren Erhalt insbesondere Gemeinden und Naturschutzorganisationen obliege.
Ein vorbildliches Projekt sei diesbezügliich der Pfingstberg, oberhalb der Grillhütte des MGV Wallenrod gelegen. Die hier vorkommenden Magerrasenflächen waren bereits 1993 von Jörg Brehm vom Max-Planck-Institut untersucht worden und für erhaltenswert bezeichnet worden. Da hier jahrelang keine Beweidung stattgefunden hatte, waren die wertvollen Flächen verbuscht und verwaldet. In Zusammenarbeit mit der Naturlandstiftung Vogelsberg war der Pfingstberg in den Folgejahren entbuscht und von größerem Gehölz befreit worden. Eine Beweidung zweimal jährlich schloß sich an. Inzwischen sieht der Pfingstberg, nach Aussagen älterer Wallenröder Bürger, wieder so aus "wie früher". Die Hütebäume mit ihren weiten Kronen, die dem Weidevieh Schutz vor den Unbilden des Wetters bieten, seien wieder weithin sichtbar.
"Schafhaltung und Landschaftspflege gehören zusammen", sagte Brehm am Ende seiner Führung, an der fast 50 Personen teilnahmen.
Auf die Aufgaben der Naturlandstiftung wies Heike Aschenbrücker hin. So ermögliche diese durch Anpachtung von naturschutzfachlich wertvollen Flächen die langfristige Sicherung artenreicher Gebiete, die von herausragender Bedeutung seien.
Insgesamt seien derzeit über 130 Hektar in Bearbeitung der Naturlandstiftung. Bei den Flächen handelt es sich nach Aussage von Heike Aschenbrücker in der Überzahl um Magerrasenflächen, die durch die Freistellung von aufkommendem Bewuchs mit Gehölzen sowie durch die Beweidung mit Schafen und Ziegen in ihrem Bestand gesichert werden und damit für die Entfaltung seltener Pflanzen und Tiere bessere Ausgangsvoraussetzungen bieten sollen.

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