Schafe gehören zum Prämienmarkt
Lauterbach
(al). Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden beim 231. Lauterbacher Prämienmarkt
am Tag der Landwirtschaft, am Mittwoch, dem 13. Juni, keine Rinder, aber Schafe
und Ziegen aufgetrieben werden. Klaus Schönfeld, der 1. Vorsitzende des
Schafhaltervereins Vogelsberg ist zuversichtlich, dass die MKS‑Schutzverordnung,
die bis zum 5.Juni ' 2001 galt, nicht verlängert wird weil
in Hessen kein Fall von Maul‑ und Klauenseuche aufgetreten ist.
Unter diesen Voraussetzungen hat der
Vorstand des Schafhaltervereins beschlossen, dass einige Mitglieder ihre Tiere
zur Prämiierung auf die Bleiche bringen werden. So wird Klaus Schönfeld mit
seinen schwarzköpfigen Fleischschafen vertreten sein. Die Schäferfamilie
Preisendörfer aus Schlitz wird einige Schafe aus ihrer großen Herde präsentieren.
Wolfgang Pschierer aus Ilbeshausen stellt die aus Ostpreußen stammenden sehr
genügsamen braunen Skudden und mit Rhönschafen ein mittelgroßes weißes
Landschaf vor. Der Herbsteiner Schäfer Böttinger wird mit Heidschnucken, ein
mischwolliges Landschaf vertreten sein und die Schafhalter Eifert und von Alt
aus Eichelhain werden mit MerinoSchafen, ‑die am stärksten in Deutschland
verbreitete Schafrasse, präsent sein. Und Schäfer Höll aus Landenhausen zeigt
die sehr anpassungsfähigen Texelschafe, die erst 1960 von Holland nach
Deutschland kamen.
Schließlich
werden die Schäfer Etling und Keusel aus Maar einige Landschafrassen präsentieren.
Vor
Ort, so Klaus Schönfeld, wird es jede Menge Information um und über die
Schafrassen geben und außerdem werden Produkte aus Schaffleisch zum Verkosten
und Kaufen angeboten.
In
diesem Zusammenhang verwies Klaus Schönfeld auf einige statistische Zahlen: So
gibt es im Vogelsbergkreis derzeit fast 400 Schafhalter mit fast 10.000 älteren
Schafen und über 3.000 Lämmer. Nach dem Lahn‑Dill‑Kreis weist der
Vogelsbergkreis die größte Dichte auf. Die Schafhalter sind zum größten Teil
im Schafhalterverein Vogelsberg organisiert und werden betreut. Die Schafhaltung
im Vogelsberg hat eine lange Tradition. Alle Güter und größeren Höfe hatten
eigene Schafherden Neben Fleisch lieferten die Schafe den wichtigen Rohstoff
Wolle, der heute jedoch in den Hintergrund getreten ist. Interessant ist der
durch das Auf‑ kommen der Baumwolle ausgelöste Wandel. So waren 1865 im
damaligen Deutschen Reich 28 Millionen Schafe registriert. Heute sind es gerade
mal 2,8 Millionen.
Der
Verfall der Schafzucht war eingeleitet. Zwar war bis 1893 die Schafwolle für
die Textilindustrie noch von größerer Bedeutung als die Baumwolle. Dennoch
wurden 1913 nur noch 4,9 Millionen und 1933 sogar nur noch 3,3 Millionen
Schafe
in Deutschland gehalten, diese Zahl wuchs 1936 auf 4,3 Millionen Schafe an.
Heute
stehen in der Schafhaltung, die Landschaftspflege und die Fleischproduktion im
Vordergrund. Über Mastversuchsanstalten wie zum Beispiel auf Gut
Neu‑Ulrichstein, werden Futterverwertung, Mastleistung, Bemuskelung, Längenmaße,
Verfettung und Schlachtkörperqualität bewertet.
Die
Herdbuchzucht garantiert so die Nachzucht der verschiedenen Rassen durch angekörte
Böcke. So steht das Rhönschaf bei der Herdbuchzucht in Hessen an 1. Stelle.

Das Bild zeigt Klaus Schönfeld mit teilen seiner Herde in der Gemarkung
Blitzenrod