Schafhalterverein:
"Schafe
hegen - Landschaft pflegen"
Vogelsbergkreis (dg).
Als ein durchaus erfolgreich verlaufenes Jahr für den Schafhalterverein
Vogelsberg bezeichnete Vorsitzender Klaus Schönfeld das Jahr 1999 in
seinem Rückblick zur Hauptversammlung im Landgasthaus
"Jägerhof" im Lauterbacher Stadtteil Maar. So sei die
Mitgliederzahl auf 126 angestiegen.
Mitgliederstärkste Gemeinde sei Lauterbach mit 27 gefolgt von Schlitz
und Schotten mit 19 und 13 Mitgliedern. Als "weißen Fleck" in
der Vogelsberger Landschaft nannte Schönfeld die Gemeinde Feldatal, in
der keine Mitglieder zu verzeichnen seien. Dass die Arbeit des
Schafhaltervereins anerkannt werde zeige, dass auch Mitglieder aus den
angrenzenden Städten und Gemeinden, wie Grünberg, Nidda und Burghaun
kämen. Von den etwa 11.000 Schafen im Vogelsbergkreis seien rund 70
Prozent den Mitgliedern zuzuordnen. Der Vorsitzende erinnerte dann an
die zahlreichen Veranstaltungen mit Themen wie
"Parasitenbehandlung", "Klauenpflege" und die
Stammtische in Betzenrod und Bernsfeld. Eine unterschiedliche Bewertung
hatte er zur Teilnahme an den Prämienmärkten. Während Lauterbach gut
besucht war, vermisste er in Alsfeld die Teilnahme der Mitglieder aus
diesem Bereich. Etwas besser hätte auch der Kleintiermarkt Mitte März
in Herbstein sein können, der als Auftaktveranstaltung der Vogelsberger
Lammwoche galt. Dafür war der Besuch der Eröffnungsveranstaltung in
Reuters ganz gut.Schon als Tradition nannte Schönfeld die Schafschur im
Stall Schloss Eisenbach am Karfreitag mit zahlreichen Besuchern aus dem
gesamten Kreisgebiet. Eine äußerst gelungene Repräsentation des
Schafhaltervereins habe man beim Schlitzerländer Trachtenfest sehen
können und der "Tag des Schafes" in Breungeshain mit der
Fahnenweihe, sei eine "runde Sache" gewesen. Die Fahne
verursachte Kosten in Höhe rund 6.500 DM von denen bereits knapp 5.400
DM aus Spendengeldern finanziert wurden. Auf der Fahne steht auch das
Hauptziel des Schafhalterverein "Schafe hegen - Landschaft
pflegen". Einige Mitglieder waren nach Aussage des Vorsitzenden
auch beim Leistungshüten in Hungen, das ganz einfach zum
Vereinsgeschehen hinzuzähle. Diese Veranstaltung biete Gelegenheit zum
Fachsimpeln mit anderen Kollegen.
Probleme habe der Schafhalterverein fast alljährlich mit
selbsternannten Tierschützern und auch Wanderschäfern aus anderen
Regionen, die im Frühjahr Flächen ohne Genehmigung des Besitzers
abhüten würden.
Viel Zeit und Kraft habe auch der neue Landschaftspflegestall in Maar
gebracht. Von 15 Bewerbern habe man Heiko Henke und Petra Brezing als
Betreiber ausgewählt. Die Bodenplatte des in Zusammenarbeit der beiden
Gemeinden Lauterbach und Wartenberg, dem Zweckverband Abfallwirtschaft
und dem Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und
Landwirtschaft geplanten Projektes sei bereits fertig. Er wünschte den
Betreibern viel Erfolg in ihrem neuen Zuhause.
Schriftführer Wilfried Möller wies danach auf den Besuch des
Schäferballs im Rahmen des Thüringischen Schäferballs hin. Auch in
Wallenrod wurde sich an der Ausrichtung des Landschaftspflegetages
beteiligt. Wie alljährlich habe er die Wollannahme organisiert und
einen Ausflug in die Lüneburger Heide organisiert.
Bei der nachfolgenden Vorstandswahl gab es keine Veränderungen in der
Führungsriege. So wurde Vorsitzender Klaus Schönfeld, Schriftführer
Wilfried Möller (Sickendorf) und Rechner Wolfgang Pschierer (Ilbeshausen)
einstimmig wiedergewählt.
Trotz niedriger Preise für Wolle und Fleisch, machte Klaus Krafft vom
Hessischen Landesamt für Regionalentwicklung und Landwirtschaft in
Kassel, den Mitgliedern Mut zur Schafhaltung. Er warnte aber
ausdrücklich vor der Einfuhr von Medikamenten aus Frankreich und
anderen Ländern. Medikamente sollte man nur über einen in der
Schafhaltung firmen Tierarzt holen.
Vom ARLL Vogelsberg informierte Eveleyn Boland über das Ausfüllen der
Prämienanträge "Mutterschafe". Änderungen hätten sich im
Bereich der "benachteiligten Gebiete" gegeben. Hierzu müsse
nun auch ein Flächenverzeichnis abgegeben werden. Dem Flächennachweis
müssen Katasterauszüge und eventuelle Verpächtererklärungen
beiliegen. Eckhardt Östreich hatte zuvor auf die Wichtigkeit der
Verträge im Rahmen des HELP-Programmes hingewiesen. Für Schäfer und
Behörde sei der Abschluss von längerfristigen Verträgen sehr
begrüßt worden. Noch nicht sicher seien Auswirkungen und
Einschränkungen in der Nutzung der Grundstücke in den sogenannten
"FFH-Flächen", meinte Östreich abschließend in seinem
Grußwort.