Erschienen im "Schlitzer Bote" am 28.09.2005
"Schafhalter erfüllen eine wichtige Aufgabe" "Tag des Schafes" fand viel
Resonanz - Hütevorführung, Körung und Bockmarkt
EICHELHAIN (gst). Schon eine gewisse Tradition hat der "Tag des Schafes"
initiiert vom Schafhalterverein Vogelsberg. In diesem Jahr wurde gleichzeitig
das 10-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Verbunden damit war das zweite
Vogelsberger Kreishüten, wobei sechs Schäfer in zwei Durchgängen mit ihren
Hunden die hohe Kunst des Hütens zeigten. Dies wurde nicht nur von einer großen
Anzahl von Zuschauern verfolgt, sondern auch von den wachsamen Augen der beiden
Preisrichter Willi Etzel aus Enzheim und Heinrich Quintern aus Schweinsberg.
Der eindrucksvolle Gottesdienst mit dem Engelröder Pfarrer Thorsten
Backwinkel-Pohl stand unter dem Wort "Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe und niemand nimmt ihm seine
Schafe weg", womit der Pfarrer die Verbindung zu den Hirten und Schafzüchtern
aufzeigte. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von der 1. Original Wallenröder
Dicke Backe Kapell, die auch während des Frühschoppens zu hören war.
Im Rahmen der Grußworte zeigte sich Vorsitzender Klaus Schönfeld erfreut über
die große Anzahl von Gästen. Er richtete sein Augenmerk auch darauf, dass man
als Schafzüchter auf Subventionen verzichten und dafür lieber einen
marktgerechten Preis für die Erzeugnisse bekommen würde.
Landtagsabgeordneter Kurt Wiegel bot sich als Ansprechpartner an und verwies
darauf, dass man gemeinsam die Problematik bei der Flächenentkopplung angegangen
sei. Er hoffe, dass im Dezember noch ein Teil des Geldes zur Auszahlung gelange,
doch müsse man wohl noch bei der EU vorstellig werden. Man dürfe nicht allein
denken, dass Schafzucht schön sei, sondern es sei auch ein Ziel, Einkommen zu
erzielen. Schafzüchter widmeten sich auch der Pflege der Landschaft, was eine
Gesellschaftsaufgabe sei.
Man brauche eine intakte Landschaft auch für den Tourismus. Deshalb seien die
Mittel sinnvoll eingesetzt.
Landrad Rudolf Marx richtete sein Augenmerk darauf, dass die Schafzüchter als
Erstes den Gedanken der Lammwochen hatten und damit auch für den Tourismus und
den Bekanntheitsgrad des Vogelsberges etwas getan hätten. Wie Naturschutz durch
Schafhalter in der Praxis aussehe, zeige sich am Hoherodskopf, der von
Schafen beweidet werde.
Lautertals Bürgermeister Norbert Södler zeigte sich stolz darauf, dass der "Tag
des Schafes" wiederum in seiner Gemeinde stattfinde und es auch zahlreiche
Mitglieder des Jubiläumsvereins in Lautertal gebe.
Neben den Hütevorführungen wurden selbstverständlich wieder azlreiche Schaf- und
Ziegenrassen präsentiert. Eine Körung und ein Bockmarkt für Heidschnucken und
Skudden wurden außerdem durchgeführt.
Am "Verpflegungsstand" wurden natürlich Erzeugnisse aus der Schafzucht
angeboten. Am Ende erläuterten Vorsitzender Schönfeld und Richter Willi Etzel
die Bewertungen und ehrten die Sieger. Mit 82 Punkten siegte Frank Meyenbert aus
Hüttenberg vor Wiegand Bogk aus Udersleben mit 80 Punkten, während Ottmar Wirth
aus Villingen auf 78 Punkte kam und damit den dritten Rang erreichte. Vierter
wurde Karlheinz Konrad aus Rainrod mit 77 Punkten vor Herbert Weitzel aus
Gemünden mit 61 Punkten. Auf den sechsten Rang kam Sven Georg aus Dirlammen
(60), der seine Herde zur Verfügung gestellt hatte.